Logistik auf der letzten Meile 2021-2: Neuer Branchenbericht
Während die globale Pandemie abklingt, analysiert dieser Bericht die Herausforderungen und Chancen auf der letzten Meile, vor denen Händler und 3PLs stehen, sowie die wichtigsten Branchentrends für das kommende Jahr.
Die Logistik auf der letzten Meile boomt. Ein flüchtiger Blick auf die Kapitalsummen, die in diese Branche investiert werden, genügt, um das zu erkennen. Für Anbieter in diesem Bereich ist es eine fruchtbare Zeit. Und der enorme Anstieg der Hauslieferungen infolge der Pandemie hat die Nachfrage nach innovativen Lösungen in die Höhe schnellen lassen, mit denen Händler und Logistikunternehmen einen ihrer größten Kostenblöcke in der Lieferkette steuern können.
Prognosen zufolge könnte es in der EU und Großbritannien bereits 2025 bis zu 20 Milliarden B2C-Lieferungen pro Jahr geben. Allein für 2021 wird europaweit ein Anstieg der E-Commerce-Umsätze um 30 % erwartet.

So verlockend die möglichen Gewinne auch sein mögen, die Margen bei Lieferungen bleiben extrem knapp. Schließlich ist die letzte Meile zwar der kürzeste Abschnitt des Lieferwegs, sie macht aber mehr als 50 % der gesamten Versandkosten aus. Und auf sie entfällt ein ähnlich großer Anteil der Gesamtemissionen pro Paket.
Dieser Bericht analysiert neue und aktuelle Trends in der Branche der letzten Meile. Wir bewerten einige der Methoden, mit denen agile Händler und Logistikunternehmen ihre Kosten und Emissionen senken. Und wir betrachten die anhaltende Rolle der Kontraktlogistik im Supply Chain Management. Die globale Pandemie mag abklingen, ihre Auswirkungen sind in der Logistik aber noch immer spürbar.
Da Versender immer komplexere Liefernetzwerke aufbauen, um diese wachsende Nachfrage und die gestiegenen Erwartungen der Verbraucher an sofortige Bedürfnisbefriedigung zu erfüllen, wird es zunehmend schwieriger, den Überblick über ihre Logistik auf der letzten Meile zu behalten.
Der zusätzliche Druck, Emissionen zu senken, verstärkt den Bedarf an neuen Lösungen für diese Herausforderungen noch – angetrieben von Innovationen in der Automatisierung und einem Perspektivwechsel bei Führungskräften: weg von Lieferprozessen, hin zu Liefererlebnissen.
Wir betrachten:
Die Nachwirkungen der Pandemie auf die Logistik der letzten Meile
Komplexere Liefernetzwerke
Höherer Automatisierungsgrad
Der anhaltende Aufstieg erlebnisorientierter Lieferungen
Emissionen steigen weiter
Die Nachwirkungen der Pandemie auf die Logistik der letzten Meile
Über die Auswirkungen der globalen Pandemie auf die Lieferkette und insbesondere auf die Logistik der letzten Meile ist bereits genug gesagt worden. Es genügt festzuhalten, dass das Volumen der in der EU und Großbritannien zugestellten B2C-Pakete 2020 erstmals die Marke von 10 Milliarden überschritt. Last Mile Experts erwartet, dass diese Zahl in weniger als fünf Jahren 20 Milliarden und bis 2029 40 Milliarden erreicht. Das entspricht einer Beschleunigung um vier bis sechs Jahre gegenüber den Prognosen vor COVID-19.
Deloitte weist darauf hin, dass das Wachstum auf der letzten Meile schon vor der Pandemie sehr stark war. Grund dafür ist die Verlagerung der Kaufgewohnheiten der Verbraucher hin zum Online-Einkauf. Unternehmen standen daher bereits unter wachsendem Druck, der stetige Innovationen vorantrieb.
Dann kam die Pandemie. Das stetige Wachstum wich einer plötzlichen, chaotischen Explosion der Nachfrage.
Das verschaffte Unternehmen, die bereits über Liefersysteme verfügten, einen enormen Vorteil. Sie konnten schnell Kapazitäten aufstocken und neue Services oder Funktionen anbieten. Wer keine bestehende Infrastruktur hatte, musste stattdessen auf 3PLs und Gig-Economy-Dienste zurückgreifen, um seine Kunden zu erreichen.
Wie geht es weiter?
Mit der Wiederöffnung der Wirtschaft hat sich das Chaos inzwischen weitgehend gelegt. Doch dass alles wieder so wird wie vor der Pandemie, ist unwahrscheinlich. Sicherheit bleibt auch künftig ein wichtiges Thema, und kontaktlose Lieferprozesse etablieren eine neue Normalität für Interaktionen an der Haustür.
Einige Experten warnen, dass Händler und Logistikunternehmen auch nach dem Abklingen der Pandemie auf weitere Verzerrungen in der Lieferkette vorbereitet sein müssen. Noch Ende 2021 sehen wir Verbraucher Produkte horten, von denen sie rational wissen, dass sie nicht ausgehen werden. Am deutlichsten zeigte sich das beim Benzinmangel in Großbritannien im September. Schon ein leichter Angebotsrückgang – weil der Fahrermangel die Kraftstofflieferungen störte – reichte aus, um eine Welle von Panikkäufen auszulösen, die Zapfsäulen leerte und Tankstellen schließen ließ.
Laut Verhaltensexperten ist diese Reaktion ein psychologischer Mechanismus, mit dem Verbraucher angesichts der Pandemie das Gefühl gewinnen, mehr Kontrolle über ihr Schicksal zu haben. Horten führt jedoch nicht zwangsläufig zu höherem Verbrauch – Versender, die solche Spitzen erleben, müssen sich daher auf einen anschließenden Nachfragerückgang einstellen.
Nach dem Toilettenpapiermangel zu Beginn des Lockdowns erklärte Robert Boute, Professor of Supply Chain Management an der Vlerick Business School und der KU Leuven:
Die Verzerrung des Nachfragemusters verstärkt sich, je weiter wir in der Lieferkette stromaufwärts bis zu den Endlieferanten gehen. Sie werden in den kommenden Monaten mit einer höchst unberechenbaren Nachfrage konfrontiert sein.
Robert Boute, Professor of Supply Chain Management an der Vlerick Business School und der KU Leuven
FazitDas Wachstum der Hauslieferungen hat sich durch COVID-19 beschleunigt. Auch wenn die unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie abklingen, wird erwartet, dass sich die Zahl der B2C-Lieferungen in Europa in den nächsten fünf Jahren verdoppelt. Versender müssen jedoch genau auf die anhaltenden Verzerrungen in der Lieferkette achten, die aus den durch die Pandemie veränderten Verhaltensmustern der Verbraucher entstehen. Wer diesen ‘Bullwhip-Effekt’ nicht berücksichtigt, riskiert gravierende langfristige Folgen. |
Komplexere Liefernetzwerke
Da die Nachfrage nach schnellen und günstigen Lieferungen weiter steigt, wird die Logistik der letzten Meile für Versender deutlich komplizierter. Die Lieferung innerhalb von zwei Tagen ist in vielen Branchen außerhalb des Segments Groß und sperrig inzwischen Mindeststandard. Dafür müssen Waren jedoch näher bei den Empfängern gelagert werden. Die Folge: Micro-Fulfillment ist für immer mehr Versender zur Notwendigkeit geworden. Ein Händler, der bisher mit ein oder zwei Distributionszentren auskam, braucht nun mindestens fünf. Für die Lieferung am nächsten Tag steigt die optimale Zahl der Standorte exponentiell auf bis zu 40.
Steigende Nachfrage nach 3PLs
Derart hohe Infrastrukturkosten sind für die meisten unrealistisch. Einige haben während der Pandemie kreative Wege gefunden, ihre Lagerflächen zu erweitern, etwa mit ‘Dark Stores’ (geschlossene Filialen, die zu lokalen Fulfillment-Centern umfunktioniert werden) – ein Trend, der sich auch nach der Wiedereröffnung der Geschäfte fortzusetzen scheint, da Supermärkte zugleich als lokale Fulfillment-Center dienen.
Doch der ständige Druck, höhere Volumen schneller zuzustellen, sorgt dafür, dass die Rolle der Kontraktlogistik im Supply Chain Management weiter wächst. Infolge dieses Trends zu Multi-Carrier-Lieferbetrieben ist der globale 3PL-Markt auf dem besten Weg, bis 2024 die Marke von 1,3 Billionen US-Dollar zu überschreiten. In den USA arbeiten 90 % der Fortune-500-Unternehmen mit mindestens einem 3PL zusammen. Das ist fast doppelt so viel wie vor zwei Jahrzehnten.
Doch Faktoren wie Kosten, Abdeckung und Spezialisierung führen dazu, dass nicht nur das Volumen der 3PL-Lieferungen steigt, sondern auch die Zahl der Spediteure, mit denen jeder Versender zusammenarbeiten muss, um seinen Lieferbetrieb zu skalieren. Diese verworreneren Liefernetzwerke führen dazu, dass Versender vergleichsweise wenig Transparenz über ihre gesamten Abläufe auf der letzten Meile haben, die sich zunehmend auf eigene Flotten und mehrere externe Spediteure verteilen.

FazitDer Zwang, Lieferungen zu skalieren, und die steigende Nachfrage der Verbraucher nach kürzeren Lieferzeiten haben dazu geführt, dass Versender mehr lokale Fulfillment-Kapazität benötigen. Abgesehen von kreativen Lösungen wie Dark Stores führen die prohibitiv hohen Infrastrukturkosten und die lange Zeit bis zum Kapazitätsausbau dazu, dass die meisten Versender auf 3PLs setzen, um ihre Netzwerke schneller auszubauen. Infolgedessen fällt es vielen Händlern schwer, die Echtzeit-Transparenz über ihre Abläufe auf der letzten Meile zu wahren. |
Höherer Automatisierungsgrad
Die Notwendigkeit, Betriebskosten vor dem Hintergrund wachsender logistischer Komplexität im Griff zu behalten, veranlasst immer mehr Handels- und Logistikunternehmen, in Automatisierung zu investieren. Auf der letzten Meile kann Automatisierung jeden Teil der Lieferkette verändern, darunter:

In der Regel unterstützen Plattformen für das Liefermanagement auf der letzten Meile all diese Prozesse mit Automatisierungen – mit Ausnahme der Planung und Bewegung von Waren im Kunden-Fulfillment-Center. Diese Plattformen bestehen meist aus einer Desktop-Umgebung für Disponenten, einer Smartphone-App für Fahrer und einem Web-Erlebnis für Kunden.
Kunden-Fulfillment-Center
Automatisierung kann die Lagerplätze von Produkten optimieren, um die Auftragsbearbeitung zu beschleunigen und so Kosten zu senken. Moderne Fulfillment-Center können zudem Robotik einsetzen, um Paletten zu bewegen, während menschliche Kommissionierer erst am Ende des Prozesses übernehmen.
Fahrzeug- und Fahrerzuweisung
Lieferungen mithilfe von Algorithmen auf Spediteure, Flotten und Fahrer zu verteilen, ist eine hervorragende Möglichkeit, einen effizienten Betrieb mit der höchstmöglichen Zustelldichte sicherzustellen. Der Algorithmus kann Hunderte von Variablen berücksichtigen und nach Ihren Anforderungen optimieren – etwa indem er einen umweltfreundlicheren Spediteur bevorzugt oder sicherstellt, dass Tiefkühlware nur in Kühlfahrzeuge geladen wird.
Einige fortschrittliche Algorithmen können sogar noch detaillierter vorgehen und Variablen wie fahrzeugtypbezogene Einschränkungen (z. B. kann ein Zweirad durch einen Park abkürzen, während ein Elektrofahrzeug ohne Zusatzkosten in eine ULEZ einfahren darf), Servicezeit, Fußweg vom Gebäude und vieles mehr berücksichtigen.
Sie können auch die sich ändernde freie Kapazität von Transportern berücksichtigen, während Liefertouren abgeschlossen werden, und dann Zustellungen und Abholungen kombinieren, um die Effizienz weiter zu steigern.
Kommissionierung und Prüfungen vor Tourbeginn
Plattformen für das Liefermanagement auf der letzten Meile können viele Prozesse rund um die Kommissionierung beschleunigen: Fahrer scannen beim Beladen der Transporter schnell Barcodes und werden durch Fahrzeugchecks und andere Prozesse vor Tourbeginn geführt.
Tourenoptimierung
Sobald Fahrer zugewiesen und Fahrzeuge beladen sind, können Algorithmen die Touren und die Reihenfolge der Lieferungen optimieren, um Fahr- und Wartezeiten zu minimieren. Mit Kartenmaterial in kommerzieller Qualität lässt sich der Typ des eingeplanten Fahrzeugs berücksichtigen. So bleiben Fahrer nicht in Straßen stecken, in denen sie nicht wenden können, und fahren nicht durch Mautzonen und ULEZs, in denen für ihr Fahrzeug Gebühren anfallen könnten.
Dieser Schritt erfolgt in der Regel zusammen mit der Zuweisung, da der Algorithmus all diese Routing-Faktoren berücksichtigt, wenn er entscheidet, welche Pakete in welche Transporter kommen.
Fahrer-Workflows
Da heute jeder Fahrer ein Smartphone hat, lassen sich viele der Abläufe automatisieren, die für eine Lieferung nötig sind. Prozesse an der Haustür wie Retouren, Leergut, beschädigte Waren, Zahlungen, kontaktloser Zustellnachweis, Identitätsprüfung und Alterskontrollen lassen sich mit der richtigen App vereinfachen.
Sendungsverfolgung
Da die Fahrer-App mit dem Liefermanagementsystem für die letzte Meile verbunden ist, behalten Disponenten die Bewegung jedes Pakets im Feld in Echtzeit im Blick. Alles kann hochgeladen, analysiert und ausgewertet werden – von Verspätungen und Abweichungen von den geplanten Touren bis hin zu Problemen vor Ort, die über die App gemeldet werden.
Kundenbenachrichtigungen und Hinweise
Eine der wirkungsvollsten Automatisierungen für das gesamte Kundenerlebnis ist die Möglichkeit, Empfängern in Echtzeit Updates zum Status ihrer Bestellungen zu senden. Wenn eine Verspätung zu erwarten ist oder sie als Nächstes an der Reihe sind, können personalisierte Nachrichten per E-Mail oder SMS verschickt werden, und Änderungen werden auch auf der Sendungsverfolgungsseite für Kunden angezeigt.
FazitHändler und 3PLs setzen zunehmend auf automatisierte Lösungen, um auf der letzten Meile mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Automatisierung kann den gesamten Prozess verändern – von der Lagerverwaltung über die Fahrzeugzuweisung und Tourenoptimierung bis hin zur Kundenkommunikation. |
Der anhaltende Aufstieg erlebnisorientierter Lieferungen
Infolge der wachsenden Bedeutung von Omnichannel-Strategien im Handel verändert sich die Wahrnehmung der Logistik auf der letzten Meile bei Führungskräften großer Händler. Heute betrachten Führungskräfte die letzte Meile weniger als eine Reihe operativer Herausforderungen, sondern vielmehr als entscheidenden Touchpoint im ganzheitlichen Kundenerlebnis.
Die Lücke im Liefererlebnis auf der letzten Meile
Daher überrascht es kaum, dass sich drei der vier größten Sorgen von Händlern auf der letzten Meile (Oracle) direkt auf Kunden beziehen: Erwartungen an Lieferzeiten (49 %) und günstigen Versand (44 %) sowie der effektive Umgang mit Kundenanfragen und Beschwerden (18 %) gelten als erhebliche Schwachstellen. Für die meisten besteht nach wie vor eine sehr reale Lücke im Liefererlebnis, die sie daran hindert, die letzte Meile im E-Commerce für sich zu entscheiden – mehr als die Hälfte der Verbraucher hat bereits einen Online-Kauf im Checkout aus lieferbezogenen Gründen abgebrochen (IMRG).
Für die meisten besteht nach wie vor eine sehr reale Lücke im Liefererlebnis, die sie daran hindert, die letzte Meile im E-Commerce für sich zu entscheiden…
Jeder zweite Käufer (Oracle) erwartet inzwischen zumindest ein gewisses Maß an Echtzeit-Transparenz über den Status seiner Lieferungen. Und das hat die Branche weitgehend erkannt: 60 % der Händler nennen den Online-Zugang zur Sendungsverfolgung als wirkungsvollste Maßnahme zur Verbesserung des Liefererlebnisses (IMRG).

(Quelle)
Da jedoch 41 % der Verbraucher einen Kauf mangels bequemer Lieferoptionen abbrechen, müssen Händler unbedingt verstehen, dass das Liefererlebnis im Checkout beginnt – lange bevor ein Paket in einen Transporter geladen wird.
Out-of-Home-Lieferungen
Out-of-Home-Liefermethoden (OOH) wie Paketschließfächer, PUDO-Punkte (Pick-up, Drop-off) und andere Abholoptionen am Straßenrand oder im Geschäft werden immer beliebter, da Händler neue Wege finden, Kundenerwartungen zu erfüllen und zugleich fehlgeschlagene Zustellungen zu reduzieren. Laut Last Mile Experts wurden mehr als 40 % aller PUDO-Punkte in der EU seit 2019 eingerichtet, und OOH-Liefertouren sind 3- bis 4-mal effizienter als die Zustellung von Tür zu Tür.
Händler müssen unbedingt verstehen, dass das Liefererlebnis im Checkout beginnt – lange bevor ein Paket in einen Transporter geladen wird
Smart Scheduling
Die zunehmende Verbreitung interoperabler Supply-Chain-Management-Systeme bei Händlern und ihren Logistikpartnern schafft Datenökosysteme, die spannende neue Möglichkeiten eröffnen. Ein Beispiel dafür ist ‘Smart Scheduling’: Dabei können E-Commerce-Plattformen die Verfügbarkeit künftiger Lieferzeitfenster bei mehreren externen Spediteuren in Echtzeit abfragen, um Verbrauchern im Checkout genauere Informationen anzuzeigen.
FazitEin Perspektivwechsel bei Händlern und ihren Lieferpartnern, die die letzte Meile zunehmend als Teil eines ganzheitlichen Kundenerlebnisses sehen, führt zu einem stärkeren Fokus auf Sendungsverfolgung und flexible Lieferoptionen. Händler müssen erkennen, dass das Liefererlebnis im Checkout beginnt – noch bevor eine Bestellung überhaupt aufgegeben wurde. |
Emissionen steigen weiter
Die E-Commerce-Umsätze in Europa sollen 2021 um bis zu 30 % steigen. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach urbanen Lieferungen auf der letzten Meile bis 2030 nahezu verdoppelt und um 78 % wächst.
Infolge dieser Nachfrage werden in den 100 größten Städten der Welt innerhalb des nächsten Jahrzehnts 36 % mehr Lieferfahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Dadurch steigen die lieferbedingten Emissionen um über 30 %, und der typische Arbeitsweg verlängert sich um 11 Minuten.

(Quelle)
Das sind besorgniserregende Zahlen – gerade angesichts der Aufmerksamkeit, die heute Nachhaltigkeit und Emissionen insbesondere auf der letzten Meile erhalten.
Weiterführende Lektüre: Erfahren Sie mehr über Nachhaltigkeit auf der letzten Meile
Messung der CO2-Emissionen
Abgesehen von globalen multinationalen Konzernen wie DHL und IKEA, die bereits zugesagt haben, bis 2050 klimaneutral zu werden bzw. ihre Flotte für Hauslieferungen zu elektrifizieren, erfassen Untersuchungen zufolge viele Unternehmen ihre Emissionsdaten noch gar nicht. Eine Umfrage der Foundation for Future Supply Chain unter großen Logistikunternehmen ergab sogar, dass nur 57 % derzeit CO2-Emissionsdaten messen und veröffentlichen.

(Quelle)
Raum für technologische Innovationen
Diese Statistiken mögen ein düsteres Bild zeichnen, doch man sollte nicht übersehen, dass zwei der größten Treiber für verändertes Unternehmensverhalten – staatliche Gesetzgebung und Verbrauchererwartungen – in den letzten Jahren zunehmend grüner geworden sind.
Die Regierungen der EU und Großbritanniens unternehmen Schritte, um den Verkauf neuer Verbrennerfahrzeuge zu verbieten, und zwar innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre, und in die nötige Infrastruktur für eine breite Nutzung von Elektrofahrzeugen zu investieren. Ebenso wünschen sich Verbraucher, insbesondere in Europa, nachhaltigere Lieferoptionen. Laut einer Studie der Rotterdam School of Management würden mehr als 4 von 5 Verbrauchern ein umweltfreundlicheres Lieferzeitfenster bevorzugen, wenn es ihnen im Checkout angeboten würde.

(Quelle)
Ebenso zeigen Daten aus Großbritannien, dass fast die Hälfte der Verbraucher bereit wäre, für eine umweltfreundlichere Lieferung mehr zu bezahlen.
Slot-Steering-Technologien
Ein Beispiel für eine Technologie, die als Reaktion auf diesen gesetzlichen und verbraucherseitigen Druck entwickelt wird, sind sogenannte Slot-Steering-Technologien wie Smart Scheduling. Sie gehören zu den Technologien der Vor-Optimierung, die auf der letzten Meile eingesetzt werden, um Käufern am Point of Sale mehr Informationen über die Verfügbarkeit künftiger Lieferzeitfenster anzuzeigen – mit dem Ziel, ein bestimmtes Verhalten zu fördern.
Auf der ersten Ebene kann das bedeuten, über Integrationen zwischen E-Commerce-Plattformen, Liefermanagement-Software für die letzte Meile und den Systemen externer Logistikpartner Echtzeit-Informationen zur Verfügbarkeit der Spediteure bereitzustellen. Statt die Verfügbarkeit von Zeitfenstern zu prognostizieren, kann die Last-Mile-Plattform Echtzeit-Informationen auf Basis der Spediteurkapazität und bestehender Bestellungen anzeigen.
Darüber hinaus lassen sich Verbraucher beispielsweise dazu bewegen, grünere Zeitfenster zu wählen, indem Lieferfenster danach gereiht werden, wie nah die Adresse des Käufers an einer bereits bestätigten Bestellung in der Umgebung liegt. So können Händler eine maximale Effizienz ihrer Lieferprozesse sicherstellen, indem sie Anreize für Zeitfenster schaffen, die die höchstmögliche Zustelldichte ermöglichen.
FazitDie Emissionen von Lieferungen auf der letzten Meile dürften weiter steigen, und in der Branche wird nicht genug getan, um Emissionsdaten zu messen und zu verfolgen, geschweige denn sie zu senken. Gesetzlicher und verbraucherseitiger Druck kann jedoch die Ökologisierung des Lieferverhaltens beschleunigen – neue Technologien wie Slot Steering und Smart Scheduling bieten umweltbewussten Unternehmen eine Möglichkeit, den Wunsch der Kunden nach nachhaltigeren Lieferungen aufzugreifen. |
Über Urbantz
Die größten Marken der Welt aus Einzelhandel, Lebensmittelhandel, E-Commerce und Logistik nutzen Urbantz, die Experten für die letzte Meile, um ihre geschäftskritischen Lieferprozesse auf der letzten Meile zu steuern.
Unsere Plattform wurde speziell für Großunternehmen entwickelt, und unsere Mission ist es, ihnen zu helfen, ihre Lieferprozesse in jeder Größenordnung nachhaltiger zu gestalten.
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Emissionen auf der letzten Meile senken
- Mit Smart Scheduling mehr Lieferungen beim ersten Versuch erfolgreich zustellen
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Datenbasierte Geschäftsentscheidungen treffen
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